Porträt: Aufsichtsratsmitglied Anton Schmid und die A. Schmid Gastro-Service GmbH & Co. KG


Schon der Blick auf die Werbung am Firmenfahrzeug signalisiert die enge Verbindung: gleich neben dem Logo der Schmid Gastro-Service ist die Marke der TIFA platziert – gleich hoch, ähnlich wichtig wie bedeutend dargestellt. Es sagt und strahlt positiv aus: Die „A. Schmid Gastro-Service GmbH & Co. KG“ und unsere Gruppe verbindet weit mehr als eine geschäftliche Partnerschaft auf üblichem Niveau. Dies hat seine besondere Geschichte – im Rückblick, in den Etappen und in der Aktualität. Und auch ganz persönlich wie übergeordnet in der Verantwortung für unsere Gemeinschaft: Das Unternehmen ist bereits seit 1983 Mitglied in unserer Genossenschaft. Anton Schmid, der geschäftsführende Gesellschafter des Familienbetriebes, fungiert zudem seit 2020 als Aufsichtsratsmitglied in unserem Verbund.
Gegründet 1968 als Ein-Mann-Betrieb
Das Unternehmen wurde von Adalbert Schmid bereits 1968 im kleinen Ort Obersöchering, der nur rund 1500 Einwohner zählt und im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau liegt, gegründet. Schmid, gelernter Maurer, wagte den Schritt vom Verkaufsfahrer zum Unternehmer und gründete seinen 1-Mann-Betrieb im Großhandel, der in Folge systematisch ausgebaut wurde. „Es war ein Einstieg zur richtigen Zeit, unternehmerisch mutig, aber auch fleißig anpackend und weitsichtig geprägt – hinein in den dann auch boomenden Tiefkühl- und Speiseeis-Markt bzw. -Handel. Stillstand gab es nicht, es ging immer auch um Weiterentwicklung, Wachstum und neue Erfolge“, markiert Anton Schmid (48) fast 60 Jahre später die unternehmerische Leistung seines Vaters – als Gründer und tatkräftiger Macher. Ab 1976 wurden der Frischdienst sowie Trockensortimente ins Angebot mit aufgenommen, seit 1981 ist der Familienbetrieb Vertragspartner von Schöller-Mövenpick und seit über 40 Jahren Mitglied in unserer Genossenschaft. 
Nach etlichen Umzügen, Um- und Neubauten im Laufe der Jahre wurde 1991 die jetzige Tiefkühlhalle am Standort in Obersöchering (mit 1.844 Euro-Paletten-Stellplätzen im TK-Bereich und einem Trockenbereich mit einer Gesamtfläche von 1730 m²) bezogen. 2010 wurde der Standort eines Großhändlers in Traunstein erworben und dort eine eigene Niederlassung eröffnet, womit das Liefergebiet ins südöstliche Bayern erweitert werden konnte.
Der frühe Tod des Vaters und die Verantwortung als junger Unternehmenslenker
Anton Schmid ist gelernter Einzelhandelskaufmann, der nach seiner erfolgreichen Lehre als Handelsfachwirt auch noch ein BWL-Studium begonnen hatte, was er aber aus familiären Gründen nicht mit einem Abschluss beenden konnte: „Ich habe natürlich immer schon im väterlichen Betrieb mitgearbeitet. Mein offizieller Einstieg erfolgte 1998, also im Alter von 21 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war mein Vater leider schon erkrankt, 2006 verstarb er früh und überraschend, sodass ich die unternehmerische Verantwortung übernehmen musste – und auch wollte. Ich bin dann quasi ins kalte Wasser geschmissen worden…“. Ein Element, in dem er sich – im Rückblick der letzten 20 Jahre – erfolgreich zu bewegen und zu bewähren wusste.
2000 Kunden, 110 Mitarbeitende und eine Verfünffachung des Umsatzes in den letzten 20 Jahren
Seit 2006 ist er geschäftsführender Gesellschafter der A. Schmid Gastro-Service GmbH & Co. KG, seit seinem Einstieg hat sich der Unternehmensumsatz verfünffacht. Die aktuell 2.000 Kunden und 110 Mitarbeitenden sind ein Indiz für eine gelungene Firmenpolitik, für quantitatives wie qualitatives Wachstum und eine Top-Position im Markt. Das Team im Verkauf und im Außendienst besteht aus einem Verkaufsleiter und insgesamt elf Mitarbeitenden. Das Sortiment umfasst circa 8.000 Artikel im Tiefkühl-, Frische- und Trockenlebensmittelbereich. 30 LKWs bringen täglich die Ware – vom Hauptsitz in Obersöchering und von der Niederlassung in Traunstein – zuverlässig zu den Kunden in Südbayern.
Systematisches Wachstum und Expansion – 80 Prozent der Kunden kommen aus dem Gastro-Bereich
Die Entwicklung zum Vollsortimenter, die Übernahme des Betriebes in Traunstein sowie von zwei Schöller-Niederlassungen, der konsequente Ausbau im Frischebereich in den letzten 10 Jahren, aber auch ein starkes Wachstum im Mopro- und Fleischsegment – dies sind für Anton Schmid die zentralen Gründe für die Unternehmensentwicklung. Dazu zählen aber auch die engen, langjährige Kundenbindungen, eine hohe Flexibilität und ein Spitzenservice. 
Rund 80 Prozent der Kunden kommen aus dem Gastro-Sektor. Dazu ordnet er ein: „Es wird sich zeigen, was im nächsten und übernächsten Jahr mit der Gastro-Branche passiert. Auch wir registrieren in unserer Region Geschäftsaufgaben und Nachfolgeprobleme. Gerade der klassische Gastro-Bereich hat aktuell deutlich zu kämpfen – aufgrund der Kostenstrukturen und des hohen Preisniveaus. Für uns sieht es etwas positiver aus, da wir in einer Ferien- und Naherholungsregion beheimatet sind. Die Urlaubsbuchungen bzw. Übernachtungszahlen wachsen sogar noch. Wenn das Wetter passt, ist es bei uns an den Seen und Bergen voll. Die Gäste gehen angesichts der schmaleren Geldbeutel dann vielleicht nicht mehr sechsmal, sondern nur noch viermal essen, aber sie gehen. Dies stimmt mich, was die Zukunft betrifft, schon zuversichtlicher. Zumal auch der Trend, in Deutschland Urlaub zu machen, zunimmt“.
„Meine Aufgabe und Rolle als Aufsichtsratsmitglied stellt für mich ein wichtiges, zentrales Ehrenamt dar“
Seit September 2020 ist Anton Schmid Mitglied in unserem Aufsichtsrat. Sein persönliches Engagement stellt für ihn eine elementare Kern- und Pflichtaufgabe dar: „Es ist überaus wichtig, sich für unsere Gemeinschaft einzubringen – gleichgültig in welcher Art und Position dies sein mag. Der Hauptgrund für meinen Einsatz ist, für die Mitglieder und ihre Belange absolut dazusein sowie aktiv darin mitzuwirken, die aktuellen Herausforderungen der TIFA anzunehmen, zu lösen und unseren Verbund zukunftssicher weiterzuentwickeln. Auf der Agenda stand und steht ein konstanter Optimierungsprozess, bei dem wir in den letzten Jahren eine Vielzahl an neuen, wegweisenden Projekten, Steuerungsmaßnahmen und Strukturverbesserungen angepackt wie umgesetzt haben. In der Gesamtheit, aber gerade auch die Bereiche Einkauf, Lieferantenkreis, Digitalisierung, digitaler Marktplatz und die Neuaufstellung unserer Eigenmarken betreffend. Die Zusammenarbeit im TIFA-Kreis und in den TIFA-Gremien, also im Zusammenspiel zwischen unserem Aufsichtsrat und dem Vorstand, dem TIFA-Team und den Mitgliedern, ist überaus kollegial, offen wie konstruktiv geprägt. Diese Gemeinsamkeit in der Planung wie im Handeln bestimmt unsere Effektivität. Ich denke, dass wir rückblickend gute Entscheidungen – im Sinne aller – getroffen haben, mit denen wir positive Ergebnisse erreichen konnten. Diesen Weg gilt es fortzusetzen“.
Zu diesen positiven Resultaten zähle, so Schmid, auch die dynamische Erweiterung des Mitgliederkreises: „Zu unseren zentralen Aufgaben gehört es, weiterhin neue, gute Mitglieder aus dem Mittelstand zu finden und zu integrieren. Tolle, solide wie engagierte Mitglieder, wie es unsere neuen Kollegen und Mitgliedsfirmen aus Österreich zum Beispiel darstellen, die sehr gut zu uns passen und unseren Verbund signifikant stärken.“ 