Knaup: Mit Haltung, Herz und Hähnchen

Porträt: Hermann Knaup GmbH & Co. KG

Auf die Frage, womit die unternehmerischen Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern sind, hat er eine kurze, klare Antwort. Manfred Knaup muss nicht lange überlegen und sagt: „Es gilt, mit den richtigen Leuten das Richtige zu bewegen. Wir haben uns nie große Ziele gesetzt, aber immer alles gegeben und die Ergebnisse bzw. Früchte daraus immer ins Wachstum gesteckt. Unsere starke Basis ist und bleibt unsere Familie in einer engen, langen Partnerschaft mit unseren Mitarbeitern, die teilweise schon über Jahrzehnte bei uns beschäftigt sind. Das ist es, so funktioniert es. Dies heißt aber auch: Wir tun und leisten mehr als andere. Immer schon, aktuell und auch zukünftig. Dazu haben wir auch schon die Weichen im Generationswechsel, also mit der 3. Generation für unser Familienunternehmen gesetzt“.

Manfred Knaup und Edith Rehkemper

Familiärer Zusammenhalt, Bodenständigkeit, mittelständische Verantwortung und  Marktkompetenz seit über 60 Jahren – das sind die Grundlagen und Werte, auf die sich die (Unternehmer-)Familie Knaup bezieht und für die sie einsteht. Gleichgültig, wie ruhig und stürmisch es gerade im Markt zugeht. Auch wenn Manfred Knaup, der neben seiner Schwester Edith Rehkemper geschäftsführender Gesellschafter der Hermann Knaup GmbH & Co. KG im westfälischen Rietberg ist, schon zugeben muss: „Mehr Einsatz, mehr Anspannung – das Tagesgeschäft ist schon deutlich hektischer geworden, als dies noch vor Jahren der Fall war. Es hat sich viel verändert – in allen Bereichen, im Einkauf, in der Sortimentsgestaltung, auf der Lieferanten- wie auf der Kundenseite. Man muss schon höllisch aufpassen, dass man diesbezüglich weiter im Rennen bleibt. Neben allen unternehmerischen Anforderungen gilt bei uns aber die Devise: Entscheidend bleibt die Freude an der Arbeit, an der gemeinsamen Tat – mit der Familie und der Belegschaft“.

„Wir sind immer schon gastroorientiert gewesen“

Die Wurzeln des Familienbetriebes liegen in den 60er – Jahren. 1963 gründeten die Eltern – Maria und Hermann Knaup – das Unternehmen als Nebenerwerb und mit Unterstützung der Familie. Vater Hermann war als kaufmännischer Angestellter in einer Metzgerei beschäftigt und erkannte frühzeitig das Potenzial von Hähnchen- bzw. Geflügelfleisch. „Die Metzger in dieser Zeit favorisierten eher Schweinefleisch. Unser Vater erkannte die Marktlücke und ist mit einer Küchenwaage in die Hähnchenställe hineingegangen, um das für die Gastronomie optimal-richtige Gewicht der Hähnchen zu ermitteln. Wir waren also von Anfang an schon gastroorientiert. Das war der Start und die Grundlage für den Aufbau unseres Unternehmens, auf das wir stolz sind“, erklärt Manfred Knaup, der gelernter Groß- und Einzelhandelskaufmann ist. Das Unternehmen ist ein ehemaliges LIDEGA-Mitglied und seit 2 Jahren – im Zuge der LIDEGA-Integration – Mitglied in unserem Verbund.

Das zweite starke Standbein: Geflügel-Convenience

Im Alter von 21 Jahren stieg er 1983 ins elterliche Unternehmen ein. 1988 folgte ihm darin seine Schwester Edith. „Wir wurden quasi ins kalte Wasser geworfen…“, erklärt er im Rückblick dazu. In dieser Zeit und in den folgenden Jahren haben die Knaups noch selbst geschlachtet. Zudem entstand ein zweiter Betrieb für die Weiterverarbeitung von Geflügelprodukten. „Es waren kleine Anfänge. Wir produzierten anfänglich nur Frischware für den Bedarf unseres Großhandelsgeschäftes. Verarbeitete Produkte wie etwa Hähnchenschnitzel und Nuggets mussten wir aber weiterhin zukaufen. Aus dieser Situation heraus ist dann schließlich Ende der 80er – Jahre die Geschäftsidee entstanden, eigene Geflügel-Convenience-Produkte herzustellen“, erläutert Knaup die Entwicklung des zweiten starken Standbeins des Unternehmens.

Das Knaup-Sortiment aus Eigenproduktion: Über 200 Produkte

Knaup beschäftigt aktuell insgesamt rund 140 Mitarbeiter, etwa 70 arbeiten in der  hauseigenen Convenience-Produktion, die andere Hälfte ist im Großhandelsbereich angestellt. Das Knaup-Convenience-Sortiment besteht aus mehr als 200 Produkten, die in die Produktgruppen – Geflügelschnitzel, Cordon Bleu & more, „Kemüse“ und Vegetarisches, Schnelle Snacks, Crossies & Appetizer,  Nuggets & more und Klassiker vom Schwein – unterteilt sind.  Rund 75 Prozent der Eigenproduktion sind TK-Ware, der Rest ist Frischware. In beiden Bereichen, so Knaup, verzeichne man kontinuierliche Absatz- wie Umsatzsteigerungen.

Kemüse von Knaup verleiht Flügel…

„Wir konnten in den letzten fünf Jahren ein ständiges Wachstum verzeichnen und unsere Belegschaft um 40 Personen aufstocken. Das Segment Geflügel generell und gerade auch conveniente Produkte sind weiterhin von einer zunehmenden Nachfrage geprägt. In den letzten Jahren hat aber auch der vegetarisch-vegane Trend zugenommen. Darauf haben wir reagiert und vor allem mit Anschub durch unsere junge Generation eine vegetarische Range aufgebaut bzw. wiederbelebt: Kemüse, eine Wortkombination aus Knaup und Gemüse“, erläutert Manfred Knaup zum neuen Bestseller.

Es ginge dabei nicht darum, so ergänzt er, möglichst nah an Fleischprodukte herzukommen, wie es eben oft im Marktbereich der Fall sei – etwa auch verbunden mit ellenlangen Rezeptur- und Zusatzstofflisten. Es geht bei Kemüse um natürliche Füllungen: um pures Gemüse (wesentlich Erbsen und Möhren) und eine möglichst optimale Natürlichkeit der Produkte, bei deren Herstellung auch nur ein Mindestmaß an Zusatzstoffen eingesetzt wird. Alles ohne Geflügelfleisch. Zum Kemüse-Programm gehören u.a.: „Schnitzel Knuspermantel“ und „Bällchen Knuspermantel“.

Das Kemüse von Knaup ist anders und unverwechselbar: „Das Sortiment ist preislich interessant, das Feedback ist sehr gut, es gibt mit der Kemüse-Bratwurst sogar eine Grillvariante. Damit kommen wir gerade auch der Nachfrage und den Anforderungen in der Gemeinschaftsverpflegung nach – etwa in Kindergärten, Seniorenheimen oder Krankenhäusern, die mehr und mehr auf vegetarische Kost setzen“.

Das „Frischelädchen“ und Nachhaltigkeit

Am Stammsitz in Rietberg betreibt das Unternehmen auch ein „Frischelädchen“. Angeboten werden hier u.a.: Produkte aus Überproduktion, 2. Wahl Produkte, Frischgeflügel, veredelte Hähnchenschnitzel, Grillfleisch aus eigener Herstellung, frischer Aufschnitt (Wurst, Käse), Desserts, TK-Gemüse, Kartoffelprodukte, Fischvarianten und „alles für eine gelungene Grillparty“.

Nachhaltigkeit und ökologisches Handeln gehören zur Kern-DNA des Unternehmens und bestimmen die Optimierung in den Prozessen wesentlich mit – etwa durch ein eigenes biologisches Klärwerk, eine umfangreiche Wärmerückgewinnung und umfangreiche Photovoltaikanlagen auf den Betriebsdächern.

„Wir sind eine große Familie“

Neben Manfred Knaup und Edith Rehkemper in der Geschäftsführung üben noch Rita Knaup, Frau von Manfred Knaup, Sohn Andre (31) und Tochter Lena Knaup (26) sowie Sohn Jens (27) und Tochter Lara Rehkemper (28) wichtige Funktionen im Unternehmen aus.

„In Zeiten wie diesen ist es ein Privileg, ein mittelgroßes Unternehmen wie unseres noch als eine große Familie bezeichnen zu können. Die guten Verbindungen zu unseren Mitarbeitern, zu unseren Kunden und TIFA-Kollegen leben wir respektvoll und familiär. Wir schätzen die Zusammenarbeit in und mit unserem Verbund, der TIFA. Hier schließt sich der positive Kreis, wie es im mittelständischen Umfeld auch typisch sein sollte. Apropos positiv: Den digitalen TIFA-Marktplatz bewerten wir als absolut vorbildlich. Die TIFA ist diesbezüglich ganz weit vorne. Respekt dafür…“, betont Manfred Knaup abschließend.